Ich habe zwei Monate nichts veröffentlicht. Und nein, es lag nicht daran, dass ich plötzlich nichts mehr zu erzählen hatte oder nichts gemacht hätte. Eher im Gegenteil: Es war sogar erschreckend viel – nur ist meine Selbstvermarktung im Internet prioritätstechnisch leise nach hinten gerutscht. So wie der Joghurt im Kühlschrank, den man erst wiederfindet, wenn er eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat.

In diesen zwei Monaten habe ich für diverse Kurse gebüffelt, Geburtstagsgeschenke gebastelt, Familie in allen Teilen Deutschlands besucht, Bewerbungen geschrieben, Pflichtlektüre gelesen, meinen Kleiderschrank digitalisiert (Clueless-Teenietraum erfüllt) … kurz: Man könnte sagen, das Leben ist dazwischen gekommen.

Arbeit und Beruf sind mir wichtig. Gleichzeitig habe ich ein beziehungsreiches Leben – und Beziehungspflege ist keine „passive Hintergrundmusik“, sondern echte Zeit und Aufmerksamkeit. Das ist schön. Und es bedeutet: Meine Prioritäten werden manchmal spontan neu gemischt. (Nicht immer von mir.)

Das bedeutet: Ich habe permanent eine Art Rangliste von Aufgaben, die ständig in Bewegung bleibt und flexibel bleiben muss. Agilität im Alltag – ohne Scrum-Master, aber mit sehr vielen Stakeholdern und gelegentlichen Produktionsstörungen (meistens in Form von Müdigkeit).

Und hier liegt meine persönliche Achillesferse – und ein Punkt, den ich in meiner SWOT als Risiko aufnehmen muss: Prioritäten setzen, wenn alles wichtig ist. Denn sobald der Alltag einmal umsortiert hat, passiert Folgendes:

Meine kreative Energie kommt nicht langsam und geordnet zurück wie ein Kalendertermin, sondern eher wie eine Sommerfliege im Zimmer: Zielstrebigkeit in jede nur erdenkliche Richtung – nur nicht ins offene Fenster. Wie soll das auch anders laufen, wenn man im Leben nicht ein Fenster hat, sondern gleich mehrere – und alle sind wichtig.

Dann kann ich schon Laptop und Kaffee in der Hand auf dem Weg auf die Terrasse sein, um an meinen Texten zu feilen – doch dann sehe ich den Wäscheberg und denke mir: Naja, eine Wäsche könnte ich ja schon schnell anschmeißen. -_-

Worüber ich mir klargeworden bin: Ich habe wahnsinnig viel Energie in mir. Doch wenn ich keine Balance und Konzentration aufbaue, vergeude ich sie für das Einmachen von Radieschen anstelle der Arbeit an meinen Projekten. (Nichts gegen Radieschen – ich liebe Radieschen.)

Also: Ziel für die kommende Zeit → Balance statt Chaos

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